Das Credo (Glaubensbekenntnis)

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Eine wunderbare Zusammenfassung des gesamten katholischen Glaubens stellt das Glaubensbekenntnis (Credo) dar. In ihm ist kurz und knapp alles zusammengefasst, woran ein Christ glaubt. Das Glaubensbekenntnis ist ein fester Bestandteil jeder Heiligen Messe. Durch diese Worte bekennt sich der Christ zum gesamten Inhalt der  katholischen Glaubenslehre. Deshalb spricht der Priester zum Beispiel bei der Taufe auch das Glaubensbekenntnis (manchmal eine kürzere Fassung), worauf der Taufbewerber antwortet: "Ja, ich glaube".

 

Das Apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die Heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Erklärung der einzelnen Teile des Glaubensbekenntnisses

1. Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,

Sie bezeugen durch diese Worte den Glauben an den einen christlichen Gott, den Vater der gesamten Schöpfung, der uns erschuf, sowie an seine absolute unbegreifbare Allmacht, der nichts unmöglich ist.

2. den Schöpfer des Himmels und der Erde,

Gott erschuf die Welt, er ist die schöpferische Urkraft, die hinter Allem und Jedem steht. Die Erde, der Himmel, die Meere und alles Sichtbare und Unsichtbare was in bzw. auf Ihnen lebt sind in ihrer Gesamtheit das große Schöpfungswerk Gottes. Jedes Lebewesen, jede Pflanze, jedes Element, ja selbst jedes Gefühl, jede Gesetzmäßigkeit uvm. hat seinen Ursprung in Gottvater.

3. und an Jesus Christus,

Der Christ bezeugt durch diesen Satz seinen Glauben an die Person Jesus Christus. Er wird nicht als Mythos oder Sagengestalt abgetan - im Gegenteil: Seine Existenz ist inzwischen auch historisch belegt. Wir glauben, dass Jesus Christus am Anbeginn unserer Zeitrechnung, also im Jahr 0, das Licht dieser Welt erblickte und  ein wahrhaftiger Mensch aus Fleisch und Blut war, mit uns auf der Erde lebte und trotz seiner Göttlichkeit (als Gottmensch) das Leben eines Menschen führte.

4. seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

Jesus Christus ist der wahrhaftige Sohn Gottes. Wir bezeugen unseren Glauben daran, dass Er getreu Seinen Worten das lebendige Abbild des Allmächtigen ist und wir durch Ihn den Vater erkennen können. Wir erkennen Jesus Christus als unseren Herrn und Gott an, da Er als Teil der Heiligen Dreifaltigkeit untrennbar eins ist mit Gottvater.

5. empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria,

Bis zu dem Zeitpunkt an dem die Heilige Jungfrau und Gottesmutter Maria von Gottvater in diese Welt gesetzt wurde, gab es keinen Menschen auf der Welt, dem Gott die Gnade erwiesen hätte, ein Teil des großen Plans zu werden, Seinen leibhaftigen Sohn den Menschen zu schenken und so zur Niedrigkeit unserer Erde hinabzusteigen. Wir glauben daran, dass der Heiligen Jungfrau Maria, durch die Kraft des von Gottvater ausgehenden Heiligen Geistes, der Herr Jesus Christus in den Schoß gelegt worden ist und so zu ihrem Leibhaftigen Sohn wurde. Maria war vom Anbeginn ihres Lebens frei von jeglicher Sünde und von jeher von der unbegreiflichen Vorsehung Gottes auserkoren, als das Heiligste Geschöpf, dass je auf Erden wandelte in diese Welt gesetzt zu werden. Nur auf diese Art und Weise wurde Sie würdig, den Sohn Gottes zu gebären und Ihn gleichsam in die Welt zu setzen. Somit glauben wir an die hohe Auserwählung Mariens, von deren Zustimmung zu diesem Plan Gott das Heil der Menschheit abhängig machte.

6. gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,

Mit diesen Worten bestätigen wir, dass wir an das Sühneleiden des Herrn Jesus Christus glauben. Wir glauben daran, dass er unter dem Befehl des römischen Stadthalters Pontius Piilatus unter großer Schmach gefoltert, erniedrigt, gedemütigt und am Kreuz hingerichtet wurde, dass er auf diese Art und Weise starb und danach von seinen Jüngern beerdigt wurde, welche allesamt Augenzeugen dieses Geschehens wurden.

7. hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel;

Jesus starb also wie ein gewöhnlicher Mensch und sein Leib fiel für drei Tage dem Tod anheim. In dieser Zeit stieg der Heiland hinab und schloss die seit dem Sündenfall verschlossene Totenwelt auf. Sein Sühneleiden ebnete allen Geschöpfen den Weg in den Himmel - bis zum heutigen Tage, insofern Sie dieses Leiden in ihrem freien Willen annehmen und sich zunutze machen. Die Jünger und Gläubigen waren verzweifelt, ihr großer Lehrer und Meister war tot und sie wurden bitterlich verfolgt. Sie alle waren in einer hoffnungslosen Lage. Am dritten Tag nach seinem Tod erstand Jesus gemäß der Prophezeiung, die er selbst zu menschlichen Lebzeiten über seinen Tot getan hatte, aus seinem Höhlengrab auf. Der Tod  wurde entgültig entmachtet und die Prophezeihungen über den Erlöser der Welt im Alten Testament vollends erfüllt. Nachdem er 40 Tage bei seinen Aposteln blieb und sie die verschiedensten Dinge lehrte, schwebte er vor den Augen seiner Jünger hinauf in den Himmel und bezeugte somit die Wahrheit all seiner Worte. 

8. er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.


Nachdem Er in den Himmel aufgefahren war, nahm Er den Platz an der rechten Seite Seines Vaters ein, dem allmächtigen Herrgott und bestieg Seinen angekündigten Thron. An einer Stunde, die nur allein der Vater kennt und nicht einmal Er selbst, wird Er von dort zum wiederholten Mal auf die Erde herabsteigen und das gerechte Gericht über die gesamte Menschheit halten. An diesem Zeitpunkt werden alles Strafen gesühnt, wird jede Schuld beglichen und jedem das ausgezahlt, was er durch sein Leben auf Erden verdient hat. Die Gerechtigkeit wird herrschen und die Leidenden, Benachteiligten und Armen werden bis in den Himmel erhöht, die sündhaften Menschen jedoch werden bis auf den Boden erniedrigt werden.

9. Ich glaube an den Heiligen Geist

Der Christ bezeugt, dass er an den Heiligen Geist Gottes glaubt, ohne Dessen Hilfe kein einziges Gebet auf Erden, keine gute, menschenfreundliche Tat, keine Berufung von Menschen in die Nachfolge Christi etc. geschehen würde. Es heißt: "Der Heilige Geist sorgt für die Ehre des Vaters". Er übersetzt unser kleines, demütiges Gestammel in die Sprache Gottes und bringt machtvolle und lautstarke Gebete daraus hervor. Der Geist Gottes sorgt für Friede, Einheit und Liebe unter den Menschen und leitet das Geschick der Heiligen, von Gott eingesetzten Kirche.

10. die heilige katholische Kirche,

Als Katholiken glauben und folgen wir getreu dem Papst, der durch die seit Jahrhunderten währende Wahl durch die Gemeinschaft der Gläubigen der direkte Nachfolger des hl. Petrus ist, welcher wiederum von Jesus Christus persönlich eingesetzt wurde. Wir glauben an die einzig wahre, von Jesus Christus persönlich eingesetzte Kirche, welche als einzige Kirche der Welt seit dem Jahr 0 besteht, und an die Vollmacht, die er ihr durch die Worte gab: "Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert (Johannes 20, 22)". Die Kirche stellt den mystischen Leib Christi auf Erden dar, die Vertretung des Himmels in dieser Welt. Was die Kirche an dogmatischen Gesetzen erlässt, ist so, als ob diese aus dem Mund Jesu Christi ausgesprochen würden und somit bindend für jeden Menschen der Erde.

11. Gemeinschaft der Heiligen,

Heilige sind Menschen, die in besonderer Weise Jesus Christus durch ihre Lebensweise nachgefolgt sind; Menschen die sich in den besonderen Dienst Gottes gestellt haben, die Außergewöhnliches vollbracht oder sich für ihre Mitmenschen aufgeopfert haben - mitunter bis zum Tod. Doch sind alle Menschen die in den Himmel kommen und dort in Ewigkeit die Freuden genießen dürfen Heilige. Durch diese Worte bezeugt der Christ, dass er an die große Schar, an die Gemeinschaft dieser Menschen glaubt und bittet um deren Fürsprache und Hilfe.

12. Vergebung der Sünden,


Gott ist ein liebender und barmherziger Vater. Gott ist die Liebe: Auch wenn seine Geduld mit uns Sündern nicht bis in alle Ewigkeit dauert, so wird sein Zorn doch nur kurz währen und seine Liebe in alle Ewigkeit. Beispiele für die Tatsache, dass der Herr jetzt barmherzig ist, jetzt die Sünden vergibt und sich jetzt aller Sündern annimmt, sind zum Beispiel die von Jesus Christus eingesetzte heilige Beichte, der Barmherzigkeitssonntag oder die Ablässe der katholischen Kirche. Jesus ist für die Sünder auf die Erde hinabgestiegen, er ist gekommen, um allen, die ihre Sünden aus tiefstem Herzen bereuen und ihre Zuflucht zu Ihm nehmen, welche sein Liebesangebot annehmen und seine große Sehnsucht erfüllen, großherzig und wahrhaftig zu vergeben. Gott will uns nicht strafen, er will uns nicht verlieren. Er gibt uns die Möglichkeit zur Umkehr in jeder Sekunde, die wir leben - bis zum Moment des Todes, an dem das gerechte Urteil über die Seele besiegelt wird. Nehmen wir dieses Liebesangebot an und lassen uns zum ewigen Glück führen.

13. Auferstehung der Toten

Wie Jesus Christus von den Toten auferstanden ist, gilt er als Beispiel für jeden gläubigen Christen. Wie Er es immer verkündet hat, leben wir Christen in dem Glauben, dass unser Leben nach dem Tod nicht zu Ende ist. Wir glauben, dass dieses Leben der große Test, die große Pilgerfahrt zum Herrn ist, in der wir uns beweisen, im freien Willen zu Gott bekennen und den guten Kampf kämpfen mussen. Wir werden vom Tode auferweckt und vom Herrgott in den Himmel getragen werden, um dort unser persönliches Gericht zu empfangen und unseren gerechten Lohn für unser Leben ausgezahlt zu bekommen. Leben Sie ein gutes, gottgefälliges Leben, werden Sie reich belohnt und dürfen in die ewigen Freuden eingehen, den Herrgott von Angesicht zu Angesicht schauen und sich an allem erfreuen. Sollten Sie ohne Reue in einer Todsünde gestorben sein, den Herrn Gott in Ihrem Leben verachtet, beleidigt und gedemütigt haben und bis in den Tod in dieser ablehnenden Haltung verharren, so kommen Sie an einen schrecklichen Ort, die Hölle. Ein Ort, der entgegen allen Vorwürfen real existiert, an dem es keine Freude, keine Hoffnung und keine Liebe mehr gibt. Nur noch Finsternis, Pein und Schmerzen.

Lesen Sie diesem Thema unbedingt das Zeugnis von Frau Dr. Gloria Polo, welches sehr zu empfehlen ist!


14. und das ewige Leben.

Wir Christen glauben an das ewige Leben. Das Leben endet nicht mit dem Tod, es geht dann erst wirklich los. Nach dem Tod folgt das persönliche, gerechte Gericht auf dessen Folge jeder Mensch in alle Ewigkeit das ausgezahlt bekommt, was ihm zusteht. Dass dieses Urteil in alle Ewigkeit besteht, sollten wir uns immer vor Augen halten und im Angesicht dieser Tatsache unsere Lebensweise in jeder Sekunde überdenken.


15. Amen.

Mit dem Wort "Amen" (=So sei es) stimmt der Gläubige all diesen Dingen zu und bekräftigt noch einmal aus tiefstem Herzen seine Aussage. Getreu dem Motto: "Ja Herr, ich glaube".

 

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