Einleitung
Die rechte Stellung des Zweiten Vatikanischen Konzils in der Kirche
Wenn man sich mit dem II. Vaticanum und der Tradition auseinandersetzt, tut man gut daran, in einem ersten Schritt in der hier angegebenen Kürze seine Stellung innerhalb der Gesamtkirche zu überdenken. Viele Theologen erwecken den Eindruck, als hätte die Kirche mit dem letzten Konzil neu begonnen, als sei alles Vorherige ungültig, schlecht und man müsse sich der 1960jährigen Vorgeschichte schämen. Ein Blick in die Fußnoten der meisten theologischen Publikationen zeigt, dass 1960 Jahre Theologiegeschichte totgeschwiegen werden – als hätte es sie nie gegeben.
In Wirklichkeit reiht sich das Zweite Vaticanum als 21. Ökumenisches Konzil („ökumenisches“ bedeutet: Konzil der einen, universalen Weltkirche) hinter 20 vorangegangene Konzilen ein. Es ist weder das Konzil, welches gegenüber den anderen anerkannten Konzilen einen „Primatsanspruch“ für sich geltend machen könnte, noch ist die Institution eines Konzils ein neues Phänomen in der Kirche gewesen. Weithin sicht- und spürbar ist hingegen, dass sich dieses letzte Konzil in einigen Dingen erheblich von den anderen unterscheidet. Das II. Vaticanum ist kein dogmatisches Konzil gewesen, wie es zum Beispiel das Konzil von Trient war, sondern ein reines „Pastoralkonzil“, ohne dogmatische Absolutheitsansprüche. Auch wenn es in den letzten Jahren oftmals anders dargestellt und vor allem gehandhabt wird: Das Konzil ist nur eines unter zwanzig Konzilen und seine Texte sind aufgrund seiner Stellung ohne wenn und aber diskutierbar.
Es ist klar und stand auch niemals wirklich zur Debatte, dass das Zweite Vaticanum von allen Katholiken als solches, das heißt als ein voll gültiges Konzil der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche, geleitet durch den rechtmäßigen Nachfolger Christi, anerkannt werden muss. Dies ist völlig unbestritten und kein „Altgäubiger“ oder „Traditionalist“, welche doch alle kindlich an eben dieser Kirche hängen, wird seine Gültigkeit bestreiten. Insofern ist es etwas merkwürdig, wenn manche Bischöfe eine „vollständige Anerkennung des Zweiten Vaticanums“ quasi als Dialogbedingung mit „der Tradition“ verlangen. Dieses Konzil ist in seiner Gültigkeit und Rechtmäßigkeit nicht ernsthaft zu leugnen.
Auf der anderen Seite darf das Konzil auf Grund seiner gesamtkirchlichen Stellung und Einreihung auch nicht mehr Anerkennung und Vollmachten erhalten, als dies in der Realität der Fall ist. Im Zweiten Vaticanum gibt es, wie auch schon in anderen Konzilen vorher, Passagen, welche einer Überarbeitung, besseren Auslegung oder gar Umformung benötigen. Diese Kritik bedeutet keine Ablehnung des Konzils als solches, sondern bildet sich auf Grund vieler Missstände, die innerhalb der Kirche seit dessen Unterzeichnung unübersehbar herrschen, heraus.
Anstatt nun im Einzelnen auf diese Texte einzugehen, sollen an dieser Stelle gewisse Lehrsätze und Aussagen der 1960jährigen Glaubensüberlieferung unserer Kirche zitiert werden, an deren Überprüfung sich jeder selbst ein Bild schaffen kann:
Die Heilige Messe ist ein wahres und eigentliches Opfer
(Konzil v. Trient, Dogma).
Das Zeugnis der HI. Schrift.
Aus der Heiligen Schrift geht eindeutig hervor, dass die Einsetzung des Heiligen Messopfers eine Handlung Christi im Anschluss an die Paschafeier, eine davon unterschiedene Kulthandlung war. Lukas schildert im 22. Kapitel das Paschamahl; ab Lk 22,19 beginnt die Opferhandlung der Eucharistie. Seine Worte zeigen nach dem Sprachgebrauch der Heiligen Schrift klar, dass hier und jetzt eine Opferhandlung geschieht.
"Das ist mein Leib der für euch hingegeben wird" (Lk 22, 19; 1 Kor 11, 24). Ebenso: "Dies ist mein Blut das für euch und für viele vergossen wird". (Mt 26,28; Mk 14 24, Lk 22,20).
Die Ausdrücke „den Leib hingeben“ und „das Blut vergießen“ sind biblische Opferterminim die die Darbringung eines wahren und eigentlichen Opfers ausdrücken. Christus bezeichnet sein Blut ferner als Bundesblut. Da der Alte Bund Gottes mit Israel unter Darbringung blutiger Opfer abgeschlossen wurde (Ex 24,8: „Das ist das Blut des Bundes, den Jahwe mit euch geschlossen hat“), so ist nach biblischer Auffassung Bundesblut gleichbedeutend mit Opferblut. In Hebr. 9,18 heißt es: „Daher wurde auch der erste Bund nicht ohne Blut eingeweiht.“ Auf den Opfercharakter der Eucharistie weist schon die Tatsache hin, dass Christus seinen Leib und sein Blut unter getrennten Gestalten und somit in der Form des Opfers gegenwärtig setzte. Die getrennten Gestalten stellen die im Kreuzesopfer vollzogene reale Trennung des Leibes und Blutes Christi symbolisch dar.
Aus dem Alten Testament ist das Opfer des Melchisedech ein Vorbild des Messopfers. Christus ist nach messianischer Weissagung des Psalmes 109,4, die der Hebräerbrief (5,6; 7,1 ff.) bestätigt, Priester nach der Art Melchisedech, das heißt, er ist König und Priester zugleich und bringt nach der Auslegung der Tradition ein ähnliches Opfer dar wie Melchisedech. Dieses Opfer kann nur in der Darbringung seines Leibes und Blutes unter den Gestalten von Brot und Wein beim letzten Abendmahl und in der Heiligen Messe gesehen werden.
Das Zeugnis der frühen Tradition
(Glaubensüberlieferung)
Die Tradition der Kirche gibt Zeugnis vom Opfercharakter der hl. Eucharistie vom Anfang an durch alle Jahrhunderte:
Die Didache (Zwölfapostellehre) (c. 14) gibt die Anweisung: "Am Tage des Herrn versammelt euch, brechet Brot und saget Dank nachdem ihr zuvor eure Sünden bekannt habt, damit euer Opfer rein sei. 2. Keiner, der mit seinem Nächsten einen Streit hat soll mit euch zusammenkommen, bis sie sich versöhnt haben, damit euer Opfer nicht entweiht werde. 3. Denn dieses ist' (das Opfer), von dem der Herr gesprochen hat: An jenem Ort und zu jeder Zeit soll man mir ein reines Opfer darbringen; denn ich bin der große König, spricht der Herr, und mein Name ist wunderbar unter den Volkern (Mal 1,11. 14).
Nach Klemens von Rom (um 96) besteht die Aufgabe der Bischöfe in der Darbringung der Opfergaben. Kor. 44,4: „Es wird für uns keine geringe Sünde sein, wenn wir diejenigen, die untadelig und heilig die Gaben dargebracht haben, aus dem Episkopat verdrängen". Der Ausdruck „die Gaben darbringen" deutet auf eine dingliche Opfergabe hin.
Ignatius von Antiochien (um 1107) deutet den Opfercharakter der Eucharistie dadurch an, dass er im selben Zusammenhang von der Eucharistie und vom Altare spricht; der Altar ist aber die Opferstätte Philad. 4: „Seid also darauf bedacht, nur eine Eucharistie zu feiern; denn es gibt nur ein Fleisch unseres Herrn Jesus Christus und nur einen Kelch zur Vereinigung mit seinem Blut nur einen Altar, wie es nur einen Bischof gibt mit dem Presbyterium und den Diakonen. „Vgl. Eph. 5.2
Justin der Märtyrer (um f 165) sieht in dem Weizenmehlopfer der vom Aussatz Geheilten ein Vorbild der Eucharistie. Das von Malachias geweissagte reine Opfer, das an allen Orten dargebracht wird, ist nach ihm „das Brot der Eucharistie und der Kelch der Eucharistie" (Dial.41). Das Brot der Eucharistie ist aber gemäß Apol. I 66 das Fleisch Christi, und der Kelch der Eucharistie ist sein Blut.
Der hl. Gregor von Nazianz schreibt (Ep.171): „So lasse dem nicht ab, du frommer Mann, für mich zu beten zu flehen, wenn du durch dein Wort den Logos herabziehst, wenn du auf unblutige Weise den Leib und das Blut des Herrn opferst, wenn du dich des Wortes als eines Opfermessers bedienst."
Irenaus von Lyon (gestorben um 202 ) lehrt, dass Christi Fleisch und Blut "das neue Opfer des Neuen Bundes' sind, das die Kirche von den Aposteln überliefert bekam und das sie in der ganzen Welt Gott darbringt". Es ist die Erfüllung der Weissagung des Malachias (Adv. h.>
Tertullian (gestorben nach 220) bezeichnet die Teilnahme an der Eucharistiefeier als "Stehen am Altare Gottes und die hl. Kommunion als "Teilnahme am Opfer" (participatio sacrificii; De orat. 19).
Cyprian ( f 258 ) lehrt, dass Christus als Priester nach der Ordnung des Melchisedech "Gott dem Vater ein Opfer darbrachte, und zwar dasselbe, wie Melchisedech es dargebracht hatte, d. h. Brot und Wein, nämlich seinen Leib und sein Blut" (Ep. 63, 4) "Der Priester, der nachahmt, was Christus getan hat, vertritt in Wahrheit Christi Stelle, und er bringt dann in der Kirche Gott dem Vater ein wahres und vollkommenes Opfer dar, wenn er so zu opfern beginnt, wie er sieht, dass Christus selbst geopfert hat" (Ep. 63, 14).
(Weitgehend nach Grundriss der Dogmatik, Ott, Herder.)
Das Konzil von Trient
22. Sitzung (1562): Die Lehre vom Heiligen Messopfer
Einleitung:
Auf dass die alte unbedingte, in jeder Hinsicht vollkommene Glaubenslehre der katholischen Kirche über das große Geheimnis der Eucharistie erhalten bleibe und in ihrer Reinheit frei von Irrtümern und Irrlehren bewahrt werde, so lehrt und erklärt die heilige [..] Kirchenversammlung von Trient, erleuchtet vom Heiligen Geist, über sie als wahres und einzigartiges Opfer und bestimmt zur Predigt für das gläubige Volk folgendes:
1. Kapitel: Die Einsetzung des heiligen Messopfers
Da es nach dem Zeugnis des heiligen Paulus im Alten Bund wegen der Ohnmacht des levitischen Priestertums keine Vollendung gab so musste nach der Anordnung Gottes, des Vaters der Erbarmungen, ein anderer Priester nach Melchisedechs Ordnung aufstehen, unser Herr Jesus Christus, der alle, die geheiligt werden sollten, vollenden und zur Heiligkeit fuhren konnte (vgl Hebr 10, 14). Dieser unser Gott und Herr hat zwar einmal auf dem Altar des Kreuzes sich selbst im Tod Gott Vater als Opfer darbringen wollen, um für jene die ewige Erlösung zu wirken. Weil aber durch den Tod sein Priestertum nicht ausgelöscht werden sollte, so wollte er beim letzten Mahl in der Nacht des Verrats seiner geliebten Braut, der Kirche, ein sichtbares Opfer hinterlassen, wie es die Menschennatur erforderte, in dem jenes blutige Opfer, das einmal am Kreuze dargebracht werden sollte, dargestellt, sein Andenken bis zum Ende der Zeiten bewahrt und seine heilbringende Kraft zur Vergebung der Sünden, die wir täglich begehen, zugewandt werden sollte. So sagte er von sich, dass er in Ewigkeit zum Priester bestellt sei nach der Ordnung des Melchisedech (s. Ps 109, 4); er brachte Gott dem Vater seinen Leib und sein Blut unter den Gestalten von Brot und Wein dar, reichte ihn den Aposteln, die er damals zu Priestern des Neuen Bundes bestellte, unter denselben Zeichen zum Genuss und befahl ihnen und ihren Nachfolgern im Priestertum, dieses Opfer darzubringen mit den Worten- Tut dies zu meinem Andenken usw. (Lk 22,19; 1 Kor 11,24). So hat es die katholische Kirche stets verstanden und gelehrt. Denn nach der Feier des alten Osterlamms, das die Schar der Söhne Israels zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten schlachtete, setzte er das neue Osterlamm ein, sich selbst, auf dass er von der Kirche durch die Priester unter sichtbaren Zeichen geopfert werde zum Gedächtnis an seinen Hinübergang aus der Welt zum Vater, als er uns durch das Vergießen seines Blutes erlöste, uns der Welt der Finsternis entriss und in sein Reich versetzte (Kol 1,13). Das ist jenes reine Opfer, das durch keine Unwürdigkeit und Schlechtigkeit derer, die es darbringen, befleckt werden kann, von dem der Herr durch Malachias vorhersagte, es werde seinem Namen, der groß sein werde unter den Heidenvölkern, an jedem Ort als reine Gabe dargebracht (Mal 1,11); auf das der Apostel Paulus im Brief an die Korinther nicht undeutlich anspielte, wenn er sagt, die sich durch Teilnahme am Tisch der Dämonen befleckt haben, die könnten nicht teilhaft werden des Tisches des Herrn (1 Kor 10, 21). Dabei versteht er unter dem Tisch beidemal den Altar. Es ist ferner jenes Opfer, das durch die vielfältigen Opfer zur Zeit des bloßen Naturgesetzes und des geoffenbarten Gesetzes vorgebildet wurde, da es ja alle Güter, die durch sie bezeichnet wurden, als ihre Erfüllung und Vollendung einschließt.
2. Kapitel: Das sichtbare Opfer ist ein Sühneopfer für Lebende und Tote
Weil in diesem göttlichen Opfer, das in der Messe gefeiert wird, derselbe Christus enthalten ist und unblutig geopfert wird, der sich selbst am Kreuzaltar einmal blutig dargebracht hat, so lehrt die heilige Kirchenversammlung: Dieses Opfer ist ein wirkliches Sühneopfer, und es bewirkt, dass wir "Barmherzigkeit erlangen und die Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe" (Hebr 4, 16), wenn wir mit geradem Herzen, mit rechtem Glauben, mit Scheu und Ehrfurcht, zerknirscht und bußfertig vor Gott hintreten. Versöhnt durch die Darbringung dieses Opfers, gibt der Herr die Gnade und die Gabe der Buße, und er vergibt die Vergehen und Sünden, mögen sie noch so schwer sein. Denn es ist ein und dieselbe Opfergabe, und es ist derselbe, der jetzt durch den Dienst der Priester opfert und der sich selbst damals am Kreuz darbrachte, nur die Art der Darbringung ist verschieden. Die Früchte jenes Opfers, des blutigen nämlich, werden durch dieses unblutige überreich erlangt; so wird durch dieses (unblutige Opfer) jenes (blutige) in keiner Weise verkleinert. Es wird deshalb nicht nur für die Sünden der lebenden Gläubigen, für ihre Strafen, Genugtuung und andere Nöte nach der Überlieferung der Apostel, sondern auch für die in Christus Verstorbenen, die noch nicht vollkommen gereinigt sind, mit Recht dargebracht.
3. Kapitel: Die Messen zu Ehren der Heiligen
Die Kirche pflegt zwar manchmal die Messe zu Ehren und zum Gedächtnis der Heiligen zu feiern. Doch sie lehrt, dass nicht ihnen das Opfer dargebracht wird, sondern Gott allein, der jene krönte. Deshalb sagt der Priester auch nicht: Ich bringe dir, Petrus und Paulus, das Opfer dar, sondern er sagt Gott Dank für ihren Sieg und bittet um ihren Schutz, auf dass "die im Himmel unsere Fürsprecher seien, deren Gedächtnis wir auf Erden feiern" (Aus einem Opferungsgebet der heiligen Messe).
4. Kapitel: Der Kanon der Messe
Das Heilige muss heilig verwaltet werden. Da es nun nichts Heiligeres gibt als dieses Opfer, so hat die katholische Kirche, um würdig und ehrfurchtsvoll zu opfern und zu empfangen, seit vielen Jahrhunderten den heiligen Kanon eingeführt. Er ist frei von jedem Irrtum und enthält nichts, was nicht ganz und gar Heiligkeit und Frömmigkeit atmet und die Herzen der Opfernden zu Gott emporrichtet. Denn er besteht aus Worten des Herrn selbst, aus den Überlieferungen der Apostel und aus den frommen Einrichtungen heiliger Kirchenfürsten.
5. Kapitel: Die feierlichen gottesdienstlichen Handlungen der Messe
Die Menschennatur ist so beschaffen, dass sie nicht leicht ohne die Beihilfe von außen zur Betrachtung göttlicher Dinge emporsteigen kann. So hat die gütige Mutter, die Kirche, bestimmte Formen für den Gottesdienst eingeführt, dass nämlich in der Messe manches leise, anderes aber mit lauter Stimme gesprochen werden solle. Ebenso nahm sie gottesdienstliche Handlungen in Gebrauch, wie geheimnisreiche Segnungen, Lichter, Weihrauch, Gewänder und vieles andere dergleichen nach apostolischer Anordnung und Überlieferung. Dadurch sollten die Hoheit dieses großen Opfers zum Bewusstsein gebracht und die Herzen der Gläubigen mittels dieser sichtbaren Zeichen des Gottesdienstes und der Frömmigkeit zur Betrachtung der erhabenen Dinge, die in diesem Opfer verborgen liegen, aufgerufen werden.
6. Kapitel: Die Messe, in der der Priester allein kommuniziert
Es wäre zwar der Wunsch der hochheiligen Kirchenversammlung, dass die anwesenden Gläubigen an den Messen nicht nur mit geistigem Verlangen, sondern auch durch den sakramentalen Empfang der Eucharistie teilnehmen, auf dass bei ihnen um so reichere Früchte dieses hochheiligen Opfers erwachsen. Wenn dies aber nicht immer geschieht, so verurteilt sie deshalb jene Messen nicht als privat und unerlaubt, in denen der Priester allein sakramental kommuniziert, sondern sie billigt und empfiehlt sie. Denn auch jene Messen muss man wirklich öffentlich nennen, teils deshalb, weil das Volk geistigerweise daran teilnimmt, teils deshalb, weil sie vom Priester als dem öffentlichen Diener der Kirche nicht nur für ihn allein, sondern für alle Gläubigen, die zum Leib Christi gehören, gefeiert werden.
7. Kapitel: Vom Wasser, das dem Opferwein beigemischt werden muss
Endlich mahnt die hochheilige Kirchenversammlung, dass es kirchliche Vorschrift für die Priester ist, dem Wein, der im Kelch geopfert wird, Wasser beizumischen, sowohl deshalb, weil auch Christus so getan hat, aber auch, weil aus seiner Seite zugleich mit dem Blut auch Wasser hervorgegangen ist. Dieses Geheimnisses wird durch die Vermischung gedacht. Und da in der Geheimen Offenbarung des heiligen Johannes die Völker Wasser genannt werden, so wird die Vereinigung des gläubigen Volkes mit Christus dem Haupt dargestellt.
8. Kapitel: Die Messe braucht nicht allgemein in der Volkssprache gefeiert zu werden; die Geheimnisse der Messe soll man dem Volk erklären
Obwohl die Messe viel Lehrreiches für das gläubige Volk enthält, so schien es den Vätern doch nicht entsprechend, sie allgemein in der Volkssprache feiern zu lassen. Deshalb sollen überall in jeder Kirche die alten, von der heiligen römischen Kirche, der Mutter und Lehrmeisterin aller Kirchen, gutgeheißenen gottesdienstlichen Satzungen beibehalten werden. Auf dass aber die Schafe Christi nicht Hunger leiden und "die Kleinen nicht um Brot bitten und niemand da sei, der es ihnen bricht" (Klgl 4,4), so schreibt die heilige Kirchenversammlung den Hirten und allen Seelsorgern vor, häufig selbst oder durch Stellvertreter während der Messfeier etwas von den Messtexten zu erklären und unter anderem auch die Geheimnisse dieses heiligen Opfers darzulegen, besonders an Sonn- und Festtagen.
Lehrsätze über das hochheilige Messopfer
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Wer sagt, in der Messe werde Gott nicht ein wirkliches und eigentliches Opfer dargebracht, oder die Opferhandlung bestehe in nichts anderem, als dass uns Christus zur Speise gereicht werde, der sei ausgeschlossen.
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Wer sagt, durch jene Worte "Tut dies zu meinem Andenken" habe Christus seine Apostel nicht zu Priestern bestellt, oder nicht angeordnet, dass sie selbst und die anderen Priester seinen Leib und sein Blut opferten, der sei ausgeschlossen.
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Wer sagt, das Messopfer sei nur Lob- und Danksagung oder das bloße Gedächtnis des Kreuzesopfers, nicht aber ein Sühneopfer; oder es bringe nur dem Nutzen, der kommuniziere; und man dürfe es nicht für Lebende und Verstorbene, für Sünden, Strafen, zur Genugtuung und für andere Nöte aufopfern, der sei ausgeschlossen.
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Wer sagt, durch das Messopfer werde das hochheilige Opfer Christi am Kreuz gelästert oder herabgesetzt, der sei ausgeschlossen.
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Wer sagt, es sei ungehörig, Messen zu Ehren von Heiligen und zur Erlangung ihrer Fürbitte bei Gott zu feiern, wie es die Kirche will, der sei ausgeschlossen.
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Wer sagt, der Kanon enthalte Irrtümer und sei deshalb abzuschaffen, der sei ausgeschlossen.
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Wer sagt, die gottesdienstlichen Handlungen, Gewänder und äußere Zeichen, deren sich die katholische Kirche bei der Messfeier bedient, seien eher ein Weg zur Gottlosigkeit als ein Mittel zur Frömmigkeit, der sei ausgeschlossen.
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Wer sagt, die Messen, in denen der Priester allein sakramental kommuniziere, seien unerlaubt und deshalb abzuschaffen, der sei ausgeschlossen.
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Wer sagt, die gottesdienstlichen Satzungen der römischen Kirche, nach denen ein Teil des Kanons und die Wandlungsworte leise gesprochen werden, seien zu verurteilen, oder man dürfte die Messe nur in der Volkssprache feiern, oder dem Opferwein im Kelch solle kein Wasser beigemischt werden, weil das gegen die Einsetzung Christi sei, der sei ausgeschlossen.
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Fast 50 Jahre nach dem Zweiten Vaticanum müssen wir ernüchtert feststellen, dass anstatt des erhofften Aufbruchs zum Glauben hin ein allgemeiner Aufbruch vom Glauben weg stattgefunden hat. Nicht nur im Tabernakel haben wir Gott an den Rand der Kirche geschoben, sondern in unserem gesamten Denken“. Das Buch zeigt mit klaren Worten nach einer gründlichen Einführung in die Materie und einer differenzierten theoretischen Vorbetrachtung den praktischen Weg aus der liturgischen Sackgasse! Theologisch fundiert schlägt der Verfasser Mittel und Wege vor, um das Konzil in seiner Funktion und seinem Ursprungsziel in der Kontinuität der traditionellen Überlieferung auszulegen sowie zu leben, ohne den theologischen und liturgischen Reichtum unserer Kirche zu vergessen.











