Kirchliche Vollmacht
Die Beichte ist eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche, welche Jesus Christus persönlich in den Rahmen seiner Kirche eingesetzt hat. In der sakramentalen Beichte, welche die persönlichste Form der Sündenvergebung darstellt, vergibt Gott den Menschen ihre Sünden.
Die Kirche schöpft ihre Vollmacht zur Vergebung der Sünden maßgeblich aus drei Bibelstellen:
Johannes 20,21-23: Vollmacht zur Sündenvergebung
Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden nachlasst, dem sind sie nachgelassen, wem ihr sie behaltet, dem sind sie behalten
Matthäus 16,19: Jesus Christus spricht zu Petrus
Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.
Matthäus 18,18: Vollmacht der Priester
Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.
Die Kirche handelt also nicht nach eigenem Gutdünken, sondern erfüllt den Auftrag Jesu, den Gläubigen ihre Sünden loszusprechen und macht von dieser ihr gegeben Vollmacht Gebrauch, um den Gläubigen immer wieder die Möglichkeit zu Umkehr, Neubesinnung und Reue zu geben.
Göttliche Wirkung
Zwei Sakramente verabscheut Satan besonders: Die Taufe und die heilige Beichte. In beiden Sakramenten werden ihm die Seelen quasi durch Gottes Liebe aus der Hand gerissen. Er kann jahrelang an dem Verderben einer Seele gearbeitet haben - eine gut abgelegte Beichte macht mit einem Mal all seine furchtbaren Werke zunichte. Die Beichte ist das ständige Liebensangebot an den verführten und sündigen Menschen. Welch große Trauer muss im Himmel darüber herrschen, dass diese Vergebung von den Menschen heutzutage als überflüssig und "ausgedient" angesehen wird. So soll dieser Text dabei helfen, dass Sündenbewusstsein wieder zu erwecken - und das große Bedürfnis der Seele der Notwendigkeit nach Vergebung neu aufzeigen.
Warum beichten?
Zum Verständnis der hl. Beichte muss man verstehen, dass jede Handlung des Menschen hier auf Erden mit weitreichenden Folgen versehen ist. Jede gute Handlung steigert sich ins unermessliche (da gute, gottergebene Handlungen positive Folgen haben), während gottentgegengesetzte Handlungen in ihrer weiteren Folge schwerwiegende negative Auswirkungen haben können. Gott gab uns die 10 Gebote, um die Welt in einem harmonischen Gleichgewicht zu erhalten und allerlei Missstände zu verhindern. Sie sind nicht dazu da, uns einzuschränken oder zu schikanieren, sondern um uns den Weg zu wahrem Leben und wahrer Erfüllung in Gott aufzuzeigen. Jede Übertretung der 10 heiligen Gebote verzögert das Anbrechen von Gottes Reich auf Erden und zieht weitreichende Folgen für die Seele nach sich.
Nach dem Sündenfall (Auflehnung Adam und Evas gegen die Gebote des Herrn) lag die Welt verloren, in einen Sündenschleier eingehüllt, darnieder. Doch da Gott die Liebe, die Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in Vollendung darstellt und er seine geliebte Schöpfung nicht aufgeben wollte, fasste er einen Plan zur Errettung der Menschen aus der Sünde und der Macht des Teufels ins Auge. Gott liebt jeden Einzelnen von uns, er möchte, dass wir alle errettet werden, um mit ihm in einer Einheit zu leben. Mit unserem freien Willen, der absolut heilig ist vor Gott, hat der Herr jedem Menschen die Möglichkeit einberaumt, sich für oder gegen ihn zu entscheiden - um zuguterletzt einen vollkommenen Liebeskreislauf erschaffen zu haben, in welchem alle erschaffenen Wesen in der Einheit mit ihrem Schöpfer auf der Grundlage der freien Entscheidung leben.
Vor Gott, der die Wahrheit, die Reinheit und die Liebe darstellt, kann jedoch nichts Sündhaftes bestehen.
Drei Möglichkeiten
Die Möglichkeiten des Weiterlebens nach dem Tod für eine Seele umfassen zwei unendliche Realitäten und eine endliche Realität: Den Himmel und die Hölle als unendliche und das Fegefeuer als endliche Wirklichkeit. Jede sündhafte Handlung die wir begehen, zieht eine Sündenstrafe nach sich, welche die Folge der Sünde ist.
- Wer in der schweren Todsünde (siehe unten), also in der Übertretung eines oder mehrerer der 10 Gebote stehend stirbt, ohne dass er seine Sünden bereut und seine Zuflucht zum Gottessohn und der Gottesmutter nimmt, wendet sich freiwillig von Gottes Liebe ab. Diese Seele setzt sich der großen Gefahr der ewigen Verdammnis aus.
- Wer seine Sünden bereut, jedoch noch Sündenschulden abzubüßen hat, geht für eine festgesetzte Zeit in das Fegefeuer ein, bis alles Unvollkommene der Seele geläutert ist. Die Beichte wandelt also ewige in zeitliche Sündenstrafen.
- Wer ohne Sündenschuld stirbt (nach hl. Beichte, vollkommener Reue, dem apostolischen Segen oder einem vollkommenen Ablass), wird direkt im Himmelreich empfangen.
Näheres dazu lesen Sie bitte unter „Tod – Übergang in die Ewigkeit“ und im Artikel „Über die Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes“ nach.
In der Beichte werden einem die ewigen Sündenstrafen (Hölle), vergeben und in zeitliche Sündenstrafen (Fegefeuer) umgewandelt. Diese wiederum können durch eine unendlich liebevolle Gnade Gottes, dem heiligen Ablass, getilgt werden – so dass es durch Jesu Tod für den gläubigen Katholiken möglich ist, sich im Rahmen der Kirche immer wieder neu mit dem Herrn zu versöhnen. Die Beichte ist ein Gnadengeschenk sondergleichen, dass unserer schwachen menschlichen Natur in der Liebe Gottes entgegenkommt.
Die Beichte ist also das Sakrament der Versöhnung Gottes und geht auf seine unendliche Liebe und Barmherzigkeit zurück. Er ermöglicht es uns so, nach dem würdigen Empfang dieses Sakraments den Stand der göttlichen Gnade wieder zu erlangen und bei einem plötzlichen Tod direkt in das Himmelreich bzw. Fegefeuer einzugehen. Die Beichte vermag, durch Jesus Christus, unsere unvollkommenen Seelen zu heilen, zu reinigen und von allen Lasten zu befreien, die wir ihr täglich auferlegen. Geistliche Früchte können nur im Stande der Gnade erlangt werden. Das Beichtsakrament vermehrt im Menschen die heiligmachenden Gnaden und schenkt zusätzlich helfende Gnaden, welche uns im alltäglichen Leben bestärken, uns tagtäglich aufs Neue für Gott zu entscheiden, Gutes zu tun und das Böse zu meiden. Weiterhin schenken diese Gnaden Kraft in Versuchungen und Anfeindungen. Nach der Beichte darf man wieder kommunizieren, auch wenn man den Bußakt oder ein Ablassgebet noch nicht verrichtet hat.
Erklärung zu Sündenschuld und –strafe
Stellen Sich sich vor, Sie hätten ein Kind. Dieses Kind hat sich gegen Ihre Weisung, nicht mit Feuer zu spielen, da sonst das ganze Haus abfackeln könnte, gehandelt (Sünde) und bekommt dafür von Ihnen Hausarrest (ewige Hölle, Folge der Schuld). Irgendwann kommt es jedoch reuig und weinend zu Ihnen (Beichte) und Sie vergeben ihm seine Schuld, weil es ja Ihr Kind ist (Lossprechung). Die Strafe, sagen Sie, muss aus "erzieherischen Maßnahmen" (Bußwerk für das Kind, Fegefeuer) trotzdem Wirken und Sie teilen dem Kind mit: Es ist wieder ok mit dir und mir, aber in deinem Zimmer bleiben musst du heute (Umwandlung der Schuld von ewige in zeitliche Strafen) trotzdem. Das Kind wendet sich jedoch voll ehrlicher Reue und dem Wunsch nach Versöhnung an Sie und beruft sich auch auf Ihre große Liebe (Ablassgebet). Durchdrungen von Liebe werden Sie dem Kind vollkommen vergeben und vergissen, was es getan hat.
Im Alten Testament waren die Tiere, welche auf den Altären geopfert wurden, die von Gott eingesetzten Sühneopfer für die Menschheit, durch deren unschuldiges Blut alle Fehler vor und mit Gott ins Reine gebracht werden konnten. Diese Schlachtopfer waren jedoch alle letztenendes ein Hinweis auf das heiligste, reinste, makelloseste und wertvollste Opfer, dass für die Sünden der Menschheit je sein Blut vergießen sollte: Jesus Christus, der menschgewordene Gott.
Gott ließ nicht länger von seinen Priestern opfern, er wurde Mensch und opferte sich selbst für die Sünden der Menschheit auf, um seinem Gesetz zu entsprechen und jeden einzelnen Menschen aus der Macht des Todes, der Sünde und des Teufels zu entreißen – und um die Herzen der Menschen an sich zu ziehen. Welch größeren Liebesbeweis kann es noch geben?
Als Jesus Christus nach 33 Erdenjahren am Schandholz des Kreuzes starb und seinen Atem aushauchte, war das furchtbarste Leiden, welches ein Mensch je über sich ergehen ließ, durchgestanden. Durch 33 Jahre vollkommenster Aufopferung, leistete Jesus mit seinem Leib, seinem Blut, seiner Seele und seiner Gottheit für die Vergehen der Menschheit Sühne und baute ihnen so wieder die Brücke zu Gottvater. Die heilige Beichte wurde im Moment dieser Aufopferung vollendet.
Die katholische Kirche lebt durch Jesus Christus, nicht umsonst wird sie als sein "mystischer Leib" bezeichnet. Eben weil er sich in diesem unvorstellbaren Maße der Menschheit aufopferte, hatte er die Vollmacht und Vorraussetzung, die Beichte als Sakrament einzusetzen. Auf sein heiliges Blut und sein vollendetes Sühneopfer berief er sich bei der Einsetzung; auf sie berufen sich die Priester, wenn sie in der ihnen geschenkten Vollmacht die Sünden vergeben. Unsere Sündenschuld wird in den heiligen Wunden des gekreuzigten Herrn versenkt, unsere Seelen in seinem kostbarsten Blut reingewaschen.
Verständnis der priesterlichen Funktion
Die wartende Liebe Gottes
Der Priester ist ein im Regelfall besonders von Gott ausgewählter und berufener Mensch, den er dazu erwählt hat, in seiner hl. Kirche sein Werkzeug zu sein. Nicht der Priester feiert die heilige Messe, es ist der Hohepriester Jesus Christus persönlich, welcher den Priester als Werkzeug benutzt. So ist das gesamte Leben des Priesters eine Ganzhingabe an Gott und dieser benutzt jene, um seine Güte und Liebe über die Menschheit auszubreiten. Diese Dinge vollziehen sich nicht äußerlich für Jeden sichtbar, sondern auf einer rein geistlichen Ebene. Genauso, wie Jesus es den Augen der Menschen verborgen hat, dass seine Kreuzigung bei einer hl. Messe real gegenwärtig wird, so hat es der Herr verfügt, dass wir auch nicht sehen, dass Jesus quasi in den Priester hineintritt und durch ihn die Messe feiert. Es gibt jedoch einige begnadete Seelen, die diese Dinge schauen durften.
So müssen wir verstehen, dass wir unsere Sünden in der Beichte nicht dem Priester beichten – dem können diese herzlich egal sein – sondern wir beichten sie direkt dem Herrn. Wieder sitzt der Priester als Werkzeug Gottes im Beichtstuhl, so dass es gewissermaßen Jesus ist, der uns gegenüber sitzt, auch wenn wir dies nicht sehen können. Dieses Bewusstsein muss den Beichtenden vollkommen durchdringen. Der leibhaftige Heiland sitzt dort und möchte deine reuige Seele in seinem Blut rein waschen. Aus diesem Grund müssen wir ganz besonders auf die Ratschläge hören, die uns der Priester während des Beichtgesprächs gibt – denn dies sind Worte, welche uns der Herr persönlich sagen möchte.
Das Beichtgeheimnis
Der Priester ist durch strenge Auflagen (seit dem IV. Laterankonzil) von der Kirche dazu verpflichtet, dass sog. Beichtgeheimnis (Beichtsiegel, signum confessionis) zu wahren. Das bedeutet, dass der Priester zu absolutem Stillschweigen – egal gegenüber wem - über die Gespräche im Beichtstuhl verpflichtet ist. Er darf dies weder gegenüber Laien noch Klerikern zum Gesprächsinhalt machen. Nicht einmal dem Papst ist er in diesem Punkt zum Gehorsam verpflichtet. Außerhalb der Beichte darf der Beichtvater bloß mit ausdrücklicher Erlaubnis des Gläubigen über seine Sünden reden, bzw. erst dann, wenn dieser von selbst das Gespräch beginnt.
Bricht ein Priester das heilige Beichtgeheimnis, wird er automatisch exkommuniziert und ihm werden all seine priesterlichen Vollmachten entzogen. Dem Beichtgeheimnis unterliegen auch alle Gläubigen. Sollte man zufällig etwas im Beichtstuhl gesprochenes mitbekommen, ist man zu absolutem Stillschweigen verpflichtet, andernfalls drohen dem Laien die selben Konsequenzen wie dem Priester. Für Geistliche besteht gem. § 139 Abs. 2 Strafgesetzbuch auch keine Anzeigepflicht, selbst wenn sie in ihrer Eigenschaft als Seelsorger von dem Vorhaben eines Hochverrats, Landesverrats, Münzverbrechens, Mordes, Totschlages, Raubes, Menschenraubes oder eines gemeingefährlichen Verbrechens glaubhaft Kenntnis erhalten. Damit nimmt das staatliche Recht auf den Gewissenskonflikt des Geistlichen und die Glaubwürdigkeit der betroffenen Religionsgemeinschaft Rücksicht.
Aus diesen Gründen kann man sicher sein, dass die Beichte in absolutem Vertrauen geschieht; was auch sehr wichtig ist, da die Beichte in die intimsten Bereiche des menschlichen Daseins dringt. Man muss so auch keine Bedenken haben, wenn man sich einem unbekannten Priester in diesem Punkt öffnet.
Man kann also die Hauptpunkte für das Beichtgeheimnis wie folgt zusammenfassen:
- Der Beichtvater muss über das, was er in der Beichte erfahren hat, nicht nur schweigen, sondern darf diese Kenntnisse auch nicht zum Nachteil des Beichtenden ausnützen.
- Zum Schweigen (Beichtsiegel) sind schon v. Natur aus all jene verpflichtet, die irgendwie den Inhalt der Beichte erfahren haben; der Beichtende wäre berechtigterweise über die Offenbarung seines Bekenntnisses unwillig.
- Unter das Beichtgeheimnis fallen also alle gebeichteten Sünden, aber auch alle Dinge, die zur Erkenntnis der Sünden od. des Sünders führen u. deren Bekanntmachung diesen verdächtigen, beschämen od. vom B. abschrecken könnten.
- Gebunden ist durch das Beichtgeheimnis in erster Linie der Beichtvater (c.889 § 1). Selbst mit dem Beichtenden darf er nur mit dessen Erlaubnis außerhalb der Beichte über die gebeichteten Sünden reden. Auf seine schwere Pflicht nehmen die staatlichen Gesetze vielfach Rücksicht.
- Entbinden kann den Beichtvater von seiner Schweigepflicht ausschließlich der Beichtende; der Priester soll die Sprecherlaubnis natürlich nur aus ernstlichen Gründen erbitten. Vor kirchlichen Gerichten wird die Aussage des Beichtvaters selbst nach solcher Erlaubnis nicht zugelassen.
- Direkte Verletzung des Beichtsiegels (durch Bekanntgabe des Sünders und der gebeichteten Sünde) ist eine schwere Sünde gegen die Heiligkeit des Sakraments sowie gegen den Ruf des Beichtenden. Den Beichtvater, der sich vermessen in dieser Weise verfehlt, trifft die Exkommunikation.
Es gibt etliche Berichte von Priestern, die lieber in den Tod gingen, als das Beichtgeheimnis zu brechen. Ein Beispiel ist der Heilige Johannes (von) Nepomuk.
Heiliger Johannes Nepomuk
Johannes aus Pomuk, ne Pomuk - wie der Ort heute heißt -, wurde nach Studien der Theologie in Prag und des kanonischen Rechts in Padua 1372 Notar in der erzbischöflichen Gerichts-Kanzlei und später Domherr und Generalvikar des Erzbischofs in Prag. Sein energisches Auftreten für die Rechte der Kirche gegenüber dem König und seine Predigten machten ihn beim Volk berühmt und dem König lästig. 1380 wurde er zum Priester geweiht und Pfarrer an der Galluskirche in Prag, wo er sich besonders um deutschstämmige Kaufleute bemühte. 1389 wurde er Generalvikar der Diözese Prag, die Auseinandersetzungen mit Wenzel IV., König von Böhmen und Deutschland und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, nahmen zu.
Die Überlieferung berichtet, dass die Königin Johannes zu ihrem Beichtvater wählte. Wenzel wollte nun Johannes zwingen, das Beichtgeheimnis zu brechen, aber der weigerte sich, wurde deshalb gefoltert und in die Moldau geworfen. Durch ein Wunder - nach der einen Version trocknete die Moldau aus, so dass man seine Leiche fand, nach einer anderen Version hatte die Königin eine Erscheinung von fünf Sternen, die den Fundort offenbarten - wurde der Tote geborgen und beigesetzt. Eine Marmorplatte an der Karlsbrücke zeigt heute den angeblichen Fundort.
Historisch richtiger ist, dass Johannes in den Auseinandersetzungen zwischen König Wenzel und dem Prager Erzbischof Jenzenstein am 20. März 1393 gefangen genommen, gefoltert, vom König selbst mit Pechfackeln gebrannt, durch die Straßen geschleift und dann in der Moldau ertränkt wurde.
Voraussetzungen zur heiligen Beichte
- Die Gewissenserforschung zielt vor der eigentlichen Beichte darauf ab, sich der Sünden und ihrer Umstände bewusst zu werden.
- Die Reue ist der wichtigste Teil der Beichte. Ohne Reue ist eine Vergebung der Sünden nicht möglich. Was man nicht bereut, kann man nicht beichten. Man unterscheidet zwischen der vollkommenen Reue (aus Liebe zu Gott) und der unvollkommenen Reue. Die vollkommene Reue ist der Wunsch des frommen Herzens, sich aus Liebe zu Gott ganz von der Sünde abzuwenden; und sich voll zum Vertrauen in die Liebe Gottes, zur Gemeinschaft mit Jesus Christus, zu bekehren. Bei der unvollkommenen Reue kann auch die Angst vor ewiger oder zeitlicher Strafe durch Gott oder die Angst vor der Verfehlung des ewigen Ziels überwiegen. Die unvollkommene Reue ist für eine gültige Beichte ausreichend.
- Der gute Vorsatz muss in der Absicht bestehen, in Zukunft alle schweren Sünden zu meiden. Wer also zum Beispiel in einer wilden Ehe lebt und den Partner nicht verlassen will, kann diese Sünde nicht beichten. Er verharrt freiwillig in der schweren Sünde und hat nicht den Vorsatz, sich von ihr abzuwenden und sie zu unterlassen.
- Für eine gültige Beichte ist das Bekenntnis aller bewussten schweren Sünden (so gen. Todsünden) nötig, deren man sich seit der Taufe erinnert und die noch nicht durch eine sakramentale Beichte vergeben worden sind. Eine Sünde ist dann schwer, wenn ein Gebot Gottes in einer wichtigen Sache, mit klarem Bewusstsein und in freier Entschiedenheit übertreten worden ist. Es wird auch geraten, weniger schwere, sogenannte lässliche Sünden zu bekennen. Jedoch sollte jegliche Skrupulanz, Haarspalterei und falsche Ängstlichkeit vermieden werden. Nicht die Versuchung ist die Sünde, sondern die Einwilligung in sie.
- Die Wiedergutmachung besteht zunächst in der Pflicht, begangenes Unrecht soweit irgend möglich zu begleichen, beispielsweise muss Gestohlenes zurückgegeben werden. Zum anderen soll die Bußleistung im Gebet helfen, die Folgen der Schuld in Solidarität mit der Kirche abzutragen. Hinsichtlich der Genugtuung, der Beseitigung der Sündenfolgen also, bildet die Kirche als Communio sanctorum eine zeitliche und ewige Solidargemeinschaft mit Christus und seinen Heiligen.
Somit kann keine wirksame Lossprechung erlangen
- wer keine Reue über seine Sünden empfinden will.
- wer die nächste Sünde oder die Gelegenheiten zur Sünde nicht meiden will.
- wer seinen Feinden nicht verzeihen, fremde Ehre nicht wiederherstellen oder anderes Unrecht nicht ausgleichen will, obwohl er es könnte.
Schwere Sünden – lässliche Sünden
Wir Menschen sind elende Sünder, tagtäglich verführt durch den Teufel und seine Dämonen, durch die Erbsünde angestachelt und durch eine gottabgewandte Gesellschaft verführt. Jedoch ist die Schwere der Schuld nicht immer gleich. Man unterscheidet die schwere Sünde (Todsünde) und die leichte Sünde (lässliche Sünde). Die Todsünde beraubt die Seele der heiligmachenden Gnade und trennt diese von Gott, während die Durchführung einer lässlichen Sünde die Seele nicht aus dem heiligmachenden Stand herausreißt. Die lässlichen Sünden werden dem Gläubigen, insofern er sie bereut, in jeder Messfeier vergeben.
Die Todsünde begeht derjenige, der wissentlich und willentlich ein göttliches Gebot in einer wichtigen Sache übertritt. Sie wird so genannt, da der Gläubige sich durch diese Übertretung das übernatürliche Leben der Seele und die sog. „heiligmachende Gnade“ verliert.
Die lässliche Sünde hingegen ist der Verstoß gegen ein göttliches Gebot in kleinerer Sache oder nicht mit voller Erkenntnis oder freiem Willen.
Vermildernde Umstände können Unwissen, Einfluss von Drogen oder Medikamenten, soziale und gesellschaftliche Missstände, (psychische) Krankheiten, Folter, (psychischer) Druck, eingefleischte Gewohnheiten u.ä. sein.
Beichtspiegel
1. Gebot:
Du sollst keinen anderen Gott haben neben mir.
Habe ich eigenschuldig andere Dinge Gott vorgezogen? Habe ich das Morgen-, Abend- und Tischgebet verrichtet? Beim Gebet freiwillig zerstreut? Vielleicht längere Zeit gar nicht gebetet? Habe ich freiwillig an Glaubenswahrheiten gezweifelt? Habe ich glaubenslos geredet oder solche Reden geduldet? Habe ich glaubens- oder kirchenfeindliche Zeitungen und Schriften gelesen? Verbreitet? Habe ich mich meines Glaubens geschämt? War ich abergläubisch? Habe ich an Gottes Barmherzigkeit gezweifelt? Auf seine Barmherzigkeit gesündigt? Habe ich gegen Gott und seine Vorsehung gemurrt? War ich in Heimsuchungen und Widerwärtigkeiten kleinmütig? Ungeduldig?
2. Gebot:
Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren.
Habe ich den Namen Gottes oder andere heilige Namen leichtfertig ausgesprochen? Zum Fluchen missbraucht? Habe ich über heilige Dinge gespottet? Fremden Spott schuldbar geduldet? Habe ich grundlos oder falsch geschworen? Habe ich ein Gelübde nicht erfüllt? Habe ich über die Frömmigkeit anderer Gläubige gespöttelt? Habe ich geistlichen Würdenträgern den notwendigen Respekt entgegengebracht? Habe ich in der Kirche unnötig geschwatzt?
3. Gebot:
Gedenken, dass du die Feiertage heiligst.
Habe ich ohne Not an Sonn- oder Feiertagen knechtliche Arbeit verrichtet? Habe ich aus eigener Schuld die heilige Messe versäumt? Bin ich eigenschuldig zu spät gekommen oder zu früh fortgegangen? Habe ich die heilige Messe ohne Andacht gehört? In der Kirche mich unehrerbietig benommen?
4. Gebot:
Du sollst Vater und Mutter ehren.
Habe ich meine Eltern, Lehrer oder Vorgesetzten verachtet? War ich eigensinnig, lieblos oder trotzig gegen sie? War ich ungehorsam gegen sie? Habe ich die Eltern gar misshandelt? Ihnen den Tod gewünscht? War ich gegen geistliche oder weltliche Obrigkeiten widerspenstig? Habe ich mich gegen meine Geschwister versündigt durch Zank, Streit oder Verführung? Habe ich für die Erziehung meiner Kinder und Pflegebefohlenen pflichtgemäß gesorgt? Auch für ihre religiöse Erziehung? Habe ich an ihnen oder anderen Hausgenossen Böses (unerlaubte Bekanntschaften, böse Gelegenheiten) geduldet?
5. Gebot:
Du sollst nicht töten.
Habe ich anderen leiblich geschadet? Sie geschlagen? Im Streit verletzt? Habe ich Zorn, Groll, Abneigung gegen andere genährt? Hass und Rachsucht aufkommen lassen? Gegen nahe Verwandte? Habe ich ein Kind abgetrieben? Ernstlich daran gedacht? Mich an einer Abtreibung mitschuldig gemacht? Habe ich in Feindschaft gelebt? Habe ich anderen Böses gewünscht? Mich am Leid anderer Lebewesen ergötzt? Habe ich anderen seelisch geschadet? Durch böses Beispiel, Verführung? Durch Raten, Gutheißen oder Loben des Bösen? Bin ich mit schlechten Menschen umgegangen? Habe ich mich der Gefahr der Sünde ausgesetzt? Die nächste Gelegenheit nicht gemieden? Habe ich mich jetzt ganz von solcher Gelegenheit und Gefahr abgewendet?
6. Gebot / 9. Gebot:
Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib. / Du sollst nicht Unkeuschheit treiben.
(Merke: Nicht alles Unanständige und Unschamhafte ist schon unkeusch. Sei sittsam selbst im Kleinsten, aber lerne auch unterscheiden, in der Erforschung wie in der Anklage. Bei eigentlichen Sünden gegen die Keuschheit achte auf Zahl und erschwerende Umstände. Unreine Gedanken sind so lange keine Sünde, wie man gegen sie ankämpft und sie nicht zulassen will.)
Bin ich Unkeuschem so weit es ging aus dem Weg gegangen? Bin ich schnell aus unkeuschen Situationen geflohen? Habe ich unkeusche Gedanken mit Wohlgefallen in mir Unterhalten? Freiwillig durch zweckloses nachdenken und Grübeln unkeusche Empfindungen in mir hervorgerufen? Mit Freuden mich an das begangene Böse erinnert? Habe ich unkeuscher Absicht gewünscht etwas zu sehen, zu hören, zu tun? Habe ich Unkeusches mit Wohlgefallen geredet, angehört, gesungen, gelesen? Habe ich gesündigt durch unkeusche Blicke (schlechte Theater, Kino, Internet, Fernsehen), unkeusche Berührungen (an mir oder jemand anderem)? Habe ich Unkeusches getan (allein oder mit anderen) oder zugelassen? Habe ich sündhaften oder gefährlichen Umgang gehabt? Habe ich sonst gegen die Keuschheit gesündigt? Habe ich die Pflichten der Ehe verletzt?
7. Gebot / 10. Gebot:
Du sollst nicht stehlen. / Du sollst nicht begehren deines nächsten Gut.
Habe ich fremdes Gut entwendet oder beschädigt? Habe ich betrogen? Falsches Maß oder Gewicht gebraucht? Schlechte Ware oder Arbeit geliefert? Habe ich überfordert? Unterschlagen? Habe ich notwendige Wiedererstattung geleistet? Habe ich das Meinige verschwendet? Nicht wertgeschätzt? Bin ich mit meinem Besitztum nicht zufrieden gewesen? Habe ich andere um das Ihrige beneidet?
8. Gebot:
Du sollst nicht falsch Zeugnis geben.
Habe ich gelogen? In wichtigen Dingen? Zum Schaden anderer? War ich unwahr im Benehmen und Reden? Habe ich andere Beschimpft? Ihnen an der Ehre geschadet? Habe ich ohne genügenden Grund die Fehler anderer bekannt gemacht? Sie weitererzählt? Habe ich andere verleumdet? Wirkliche Fehler vergrößert? Über andere lieblos geredet? Habe ich über den Nächsten grundlos im Herzen schlecht geurteilt? Falschen Argwohn gehabt?
Die fünf Gebote der Kirche
Habe ich das Fastengebot ohne wichtigen Grund übertreten? An verbotenen Tagen ohne Not Fleisch gegessen? Habe ich an Ostern die heiligen Sakramente (Beichte, Kommunion) unwürdig oder gar nicht empfangen, obwohl mir dies als Mindestmaß vorgeschrieben ist? In der geschlossenen Zeit verbotene Vergnügungen (Tanz) mitgemacht?
Die sieben Hauptsünden
War ich stolz? Eitel? Gefallsüchtig? Putzsüchtig (übertriebende Pflege und Schmückung des Körpers)? Habe ich andere verachtet? Habe ich mein Herz sündhaft an irdische Güter gehängt? Habe ich pflichtgemäß Almosen gegeben? War ich neidisch? Schadenfroh? War ich unmäßig in Essen und Trinken? War ich träge im Lernen? In der Arbeit? Im Gebet?
Die Standes- und Berufspflichten
Wie habe ich meine Pflichten erfüllt als Lediger, Verheirateter, Witwer? Als Vorgesetzter, Arbeitgeber, Arbeitnehmer?
Beunruhigt mich sonst noch etwas? Welches ist meine Gewohnheitssünde oder mein Hauptfehler?
Gebete zur Heiligen Beichte
Kein Bekenntnis ohne Erkenntnis. Darum erforschen wir unser Gewissen. In der Gewissenserforschung seien wir ehrlich gegen uns, aber nie ängstlich. Wer öfter beichtet, suche ohne Beichtspiegel auszukommen; er erforsche sein Gewissen und klage sich an, wenn er ohne schwere Sünde ist, nur über seine Hauptfehler an. Aber auch wer seltener beichtet, mache sich möglichst frei von gedruckten Beichtspiegeln. Diese seien ihm nur eine Hilfe, an ihrer Hand stelle er sich selbstständig in möglichst bestimmten Sätzen einen seinem Alter, seinem Stand und Beruf und seinem besonderes Pflichtenkreis angepassten Beichtspiegel, d.h. eine für ihn persönlich brauchbare, gute christliche Gewissens- und Lebensregel, zusammen.
Anrufung des Heiligen Geistes (vor der Gewissenserforschung)
Gott, Du hast die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des hl. Geistes belehrt; gib mir durch denselben Geist Lust und Liebe zum Guten und beständige Freude durch seinen Trost. Gott, du stößt niemanden zurück, sondern lässt dich in liebevollem Erbarmen auch vom größten Sündern durch Buße versöhnen; blicke gnädig auf mein demütiges Flehen und erleuchte mich, auf dass ich deine Gebote zu erfüllen vermöge. Amen.
Reue und Vorsatz
Erwecke nun Reugesinnung in deinem Herzen: denke an die Strafen, die du für deine Sünden verdient hast; an den Heiland, den du durch deine Sünden ans Kreuz gebracht hast; an die Größe, Güte und Heiligkeit Gottes, den du, statt ihn zu lieben, beleidigt hast. Dann bete:
Du hast mich erschaffen, Du erhälst mich im Dasein. Du hast mich erlöst mit deinem Blute. Du hast mir den Hl. Geist gesandt, den Tröster, mit dem sich deine göttliche Liebe und dein göttliches Leben in mein Herz senkte. Gütiger Gott, gegen dich habe ich gesündigt und Böses getan. In heiliger Furcht vor deinem strengen Gerichte und in kindlicher Liebe zu Dir, oh himmlischer Vater, widerrufe und bereue ich alle meine Sünden, durch die ich dich beleidigt habe, besonders jene, die mich Deiner berauben, die mich von Dir, dem liebenswürdigsten Gute, dauernd trennen und ewig ins Unglück stürzen könnten. Es reut mich, dass ich Dich, meinen Schöpfer, den Geschöpfen nachgesetzt habe. Ich möchte meine Sünden und jede Sünde hassen können, wie du sie hassest. Oh Herr, geh nicht ins Gericht mit deinem Knechte und vergilt ihm nicht nach Gebühr! Vergib deinem Kinde, dass reuig zu Dir zurück kehrt und um Verzeihung bittet dafür, dass es deine Liebe verachtet und dich betrübt hat.
Ich habe den festen Vorsatz, die Sünden, die ich seit meiner letzten Beichte und in meinem früheren Leben beging, nicht wieder zu begehen. Ich will Dich, meinen besten Herrn, nicht mehr bewusst und freiwillig beleidigen. Besonders aber will ich jede schwere Sünde und jede Gelegenheit zur schweren Sünde meiden; vor allem will ich mich hüten vor jener Sünde … Ich will jene Mittel zur Besserung anwenden …, will alles tun, was notwendig ist, um die begangenen Sünden wieder gutzumachen. Mit der hl. Büßerin im Evangelium will ich für meine Sünden herzlich um Verzeihung bitten und mit dem hl. Petrus sie bitterlich beweinen. O Gott, sei mir Sünder gnädig! Amen.

Nehmt wie Kinder eure Zuflucht zum Vater
Ablauf der heiligen Beichte
Die heilige Beichte wird normalerweise in einem Beichtstuhl vollzogen. Dieser ist in zwei bis drei Kammern geteilt. In der Mitte bzw. auf einer Seite sitzt der Priester, zu den Seiten steigt der Gläubige (Pönitent) hinein. Der Gläubige und der Priester sind zumeist durch einen Sichtschutz voneinander getrennt. Im Beichtstuhl kniet der Gläubige, während der Priester sitzt. Viele Beichtstühle sind heutzutage so konzipiert, dass ein erhöhter Schallschutz gegeben ist – was jedoch gerade bei älteren Modellen nicht immer der Fall ist. Man sollte immer auf eine angemessene Sprechlautstärke achten. Für längere Beichtgespräche werden zumeist auch Beichtgespräche in einzelnen Räumen angeboten. Der Ablauf der Beichte ist jedoch auch dort der Selbe. Anzumerken sei noch, dass der Beichtstuhl keine Notwendigkeit für die Gültigkeit der Sakramentenspendung darstellt, auch wenn dieser bei Vorhandensein immer genutzt werden sollte.
Bist du an der Reihe, tritt bescheiden in den Beichtstuhl. Der Priester wird dich segnen. Wenn er das nicht tut und du es wünschst, kannst du zuerst sprechen:
Segen Sie mich, hochwürdiger Vater, denn ich habe gesündigt.
Der Priester spricht darauf hin folgenden (oder einen anderen) Segen:
Der Herr sei in deinem Herzen und auf deinen Lippen, damit du alle deine Sünden recht beichtest: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Kennt dich der Priester nicht gut oder gar nicht, teile ihm mit, wann deine letzte Beichte war, wie dein Stand ist (ledig, verheiratet, verwitwet, Ordensmann o.ä.) und wenn du möchtest, auch dein Alter. Nenne nicht deinen Namen – die Beichte ist absolut anonym! Jetzt bekenne aufrichtig und reumütig deine Sünden.
In tiefer Demut und Reue bekenne ich meine Sünden, die ich begangen habe: […]
Stellt der Priester eine Frage, so antworte, wie dein Gewissen es dir sagt. Hast du noch Bedenken, Zweifel oder möchtest du einen Rat erbitten, so sprich vertrauensvoll. Zum Schluss kannst du beten:
Das sind meine Sünden, ich bereue sie von ganzem Herzen und bitte den Herrn um Vergebung und Verzeihung; auch für jene, welche mir in der Vorbereitung der Beichte nicht bewusst waren und die ich vergessen habe. Amen.
Dann höre willig den Mahnungen des Priesters zu und nimm dankbar die Buße an, die er dir auferlegt. Nun gibt dir der Priester in der Vollmacht seines Amtes die Lossprechung deiner Sünden, indem er das Folgende auf Latein betet (im neuen Ritus andere Gebet auf deutsch):
Der Allmächtige Gott erbarme Sich deiner; Er lasse dir die Sünden nach und führe dich zum ewigen Leben. Amen.
Dann erhebt er die Rechte und spricht:
Nachlass, Vergebung und Verzeihung deiner Sünden schenke dir der allmächtige und barmherzige Herr. Amen. Unser Herr Jesus Christus spreche dich los, und ich löse dich mit Seiner Vollmacht von jeder Fessel, der Ausschließung und des Interdiktes, soweit ich es vermag und du dessen bedarfst.
Nun folgt die Lossprechung:
So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters + und des Sohnes + und des heiligen + Geistes. Amen.
Jetzt hat dir Gott deine Sünden verziehen. Der Priester betet zum Schluss:
Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus, die Verdienste der allerseligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen, und alles, was du Gutes getan und Schlimmes ertragen hast, sei dir zum Nachlass der Sünden, zur Mehrung der Gnade und zum Lohne des ewigen Lebens. Amen.
Mit dem Gruß
Gelobt Sei Jesus Christus!
entlässt dich der Priester. Du antwortest:
In Ewigkeit. Amen.
Nach der heiligen Beichte
Danke zunächst mit eigenen Worten frohen Herzens. Dann kannst du folgendes Gebete verrichten:
Barmherziger Gott, liebreichster Vater! Von ganzem Herzen und aus allen Kräften meiner Seele danke ich dafür, dass du mich durch diese heiligen Sakramente um der unendlichen Verdienste Jesu Christi willen von meinen Sünden befreit und gereinigt hast. Verzeihe mir alle Fehler, die ich vielleicht in der Vorbereitung und Ablegung meiner Beiche begangen habe. Was an meiner Reue, meinem Vorsatz und meinem Sündenbekenntnis mangelhaft war, das ersetze du durch deine übergroße Barmherzigkeit. Zur Genugtuung für alle durch meine Sünden dir zugefügten Beleidigungen und zur Tilgung der verdienten Strafen opfere ich dir auf: das bittere Leiden, das kostbare Blut, die unendlichen Verdienste Jesu Christi, deine Sohnes, meines Erlösers, und in Vereinigung damit die Verdienste der seligen Jungfrau Maria und aller lieben Heiligen, insbesondere auch die Bußen und Genugtuungen der hl. Büßer und Büßerinnen, sowie meine eigene geringe Buße, die ich nun verrichten will.
(Hier verrichte deine Buße, soweit es jetzt möglich ist.)
Lass zur Sühne, o Gott, auch alles gelten, was ich in meinem ganzen Leben mit Deiner Gnade noch Gutes tun darf oder Widriges erleiden muss.
Und nun bereue ich nochmals alle meine Sünden. Ich widersage von ganzer Seele allem Bösen und will es immerdar meiden. „Geh hin und sündige nicht mehr“, so hast Du es einst, o Herr, gesagt. Ich bitte dich, sprich jetzt dieses Wort auch zu mir und hilf mir, dass ich es befolge. Ich erneuere vor Dir meine Vorsätze, die ich gefasst, besonders den Vorsatz, diese Sünde …, diese Gelegenheit … zu meiden, dieses Mittel zur Besserung … zu gebrauchen. Ich will täglich vor Dir meinen Dank und meine Vorsätze erneuern und öfters die heiligen Sakramente empfangen. Dir, o Gott, will ich treu und beständig dienen und stets nach deinen Geboten wandeln. Nicht Leidenschaft noch Menschenfurcht, nicht Lust noch Leid, nicht Leben noch Tod, noch irgend ein Geschöpf möge mich trennen von der Liebe zu Dir.
Aber du kennst meine Schwäche, o Gott. Darum gib mir Kraft und Stärke. Mein gekreuzigter Heiland! Lass mich in jeder Gefahr der Sünde an dein bitteres Leiden denken, auf dass ich mich nie von dir trenne. Hilf mir, Maria, meine Mutter, meine Beschützerin! Erlange du mir von deinem Sohne die Gnade der Beharrlichkeit und einen seligen Tod. Amen.
Ablassgebet
Bei Verrichtung des folgenden Gebetes vor einem Bild des Gekreuzigten: Ablass von 10 Jahren; zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses ist außerdem (für jeden vollkommenen Ablass immer) erforderlich: Heilige Beichte, Kommunion und Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters (z.B. ein Vaterunser, Gegrüßet seist du Maria, Ehre sei..)
Siehe, o gütiger, milder Jesus, ich werfe mich vor deinen Augen auf die Knie. Inbrünstig bitte und beschwöre ich dich: Präge meinem Herzen lebendige Gefühle des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe ein sowie wahre Reue über meine Sünden und den ganz festen Willen, mich zu bessern. Voll Liebe und Schmerz schaue ich deine fünf Wunden und betrachte sie in meinem Geiste. Dabei halte ich mir vor Augen, was im Hinblick auf dich, o guter Jesus, schon der Prophet David dir in den Mund legte: „Sie haben Meine Hände und Meine Füße durchbohrt; alle meine Gebeine haben sie gezählt.“ Amen.












