Gott wollte, dass Christus wirklich Mensch ist wie wir und dass in unseren Beziehungen zu Ihm mehr Vertraulichkeit herrscht. Gewiss hätte Christus ohne Marias Hilfe eine in allen Teilen geschaffene Menschheit annehmen können, der unseren täuschend ähnlich. Aber Er wäre nicht unseres Geschlechts gewesen. Das wollte Gott nicht. Dank der Mitwirkung Mariens ist Christus einer der Unseren geworden. Er ging aus unseren Reihen hervor, da eine Frau von uns Ihn gebar. Dank ihr kann Er sich als einen von uns bezeichnen, für uns beten, sich an unserer Stelle opfern.
Gott, der das Herz der Mütter schuf und die Rolle kennt, die sie in unserem Erdenleben spielen. Gott, der weiss mit welch zärtlicher Liebe sie uns umsorgen, wollte nicht, dass das übernatürliche Leben, das er uns durch seinen Sohn erneut schenken wollte, weniger vertraut, weniger liebevoll, weniger erhebend ist als unser natürliches Leben. Und deshalb wollte Er Maria. Er wollte eine Mutter in seinem Werk. Er wollte sie so innig mit Ihm verbinden, dass es unmöglich ist, sie von Ihm zu trennen. Hierin liegt das ganze Mysterium Marias beschlossen. Sie gesellt sich also Christus nicht zu. Sie ist für Christus in seiner menschlichen Offenbarung wesentlich. Christus ist nur insofern Mensch, als Er Mariens Sohn ist. Er handelt in unserem Namen nur in seiner Eigenschaft als Sohn Mariens. Christus ohne seine Mutter studieren, heisst sich dazu verurteilen, Ihn nicht zu verstehen und sein Werk zu verstümmeln. Maria ohne Christus studieren, sie von Christus trennen, heisst ebenfalls sich dazu verdammen, nichts von ihr zu sagen. Wir kommen nicht darum herum: Maria ist für die Erlösung wesentlich. Gott wollte es so. Und Gott macht gut, was Er tut!
Gott hat uns Christus nicht aufgezwungen. Er achtete die menschliche Freiheit, die Er uns gab. Damit sein Sohn wirklich Mittler ist, wünschte Er, dass ein menschlicher Wille stellvertretend die Vermittlung seines Sohnes annimmt und sie so von uns aus wirksam machte. Dieses Geschöpf ist Maria im FIAT, das sie am Tage der Verkündigung sprach. Mit diesem Fiat stimmte sie der Erlösung und damit dem Loskauf von uns allen zu.
Jesus verdankt ihr seinen Leib (wie wir unseren Leib von unserer Mutter erhielten). Die Vererbungsgesetze waren auch für Ihn wirksam. Diese sorgen dafür, dass die Eltern ihren Nachkommen die leibliche Struktur (bestimmte Gesichtszüge usw.) ebenso verleihen wie die Charaktermerkmale (Temperament, Art und Weise des Denkens, des Handelns und des Wollens...). Wie sollte Er, der kam, um unsere Natur anzunehmen, um sich engstens mit unserem Geschlecht zu verbinden, diese Gesetze verworfen haben? Nein, Er wollte von der menschlichen Seite her das Ebenbild Mariens sein, wie Er von der göttlichen Seite her das Ebenbild seines Vaters ist. Und da Maria seine einzige menschliche Blutsverwandte ist, kamen ihre Merkmale ungetrübt zur Wirkung. Dort in Nazareth sagte man sicherlich: Er ist ganz die Mutter, die Gesichtszüge, der Blick, die Haltung...
Als guter Sohn vergalt Christus seiner Mutter alles reichlich! Von aller Ewigkeit her sah Gott die Schöpfung, den Sündenfall und die Erlösung voraus. Von aller Ewigkeit her sah also der SOHN seine Mutter voraus und liebte sie. Als der Mensch nach seinem Fall die Verheissung eines Erlösers erhält, verbindet Gott mit ihr den Gedanken an Maria. Und Christus will seine Mutter unbefleckt in ihrer Empfängnis, frei von jeder bösen Neigung, strahlend vor Heiligkeit, damit sie nichts von ihrer mütterlichen Sendung ablenkt. Von den 33 Jahren seines Erdenwandels widmet Er 30 dem Leben im vertrauten Umgang mit seiner Mutter. Auf ihre Bitte vollbringt Er das erste Wunder seines öffentlichen Lebens (Hochzeit zu Kana). Im Augenblick seines Sterbens wünscht Er sie an seiner Seite, damit sie bis zum Ende an unserer Erlösung beteiligt ist. Vom Kreuz herab vertraut Er uns ihr an. Zugleich aber vertraut Er sie auch uns an. Im Himmel will Er sie bei sich haben, ohne den Jüngsten Tag abzuwarten (Fest Maria Aufnahme in den Himmel). Nicht allein will Er seine Gnaden spenden, sondern zusammen mit seiner Mutter, die so die Mittlerin aller Gnaden wird... Maria gesellt sich also nicht der Erlösung bei. Sie steht nicht neben Christus, vor allem auch nicht als eine Art Mittlerin zwischen Christus und uns. Nein, sie steht in der Erlösung selbst. Fällt Christus eine Rolle in unserem Leben zu, so hat auch Maria ihre Rolle: die Mutter ist untrennbar vom Sohn.
12 Königinnen - Titel
Die Jungfrau v. Nazareth war von Gott auserwählt, Mutter des Messias zu werden. Nach Seinem unerforschlichen Ratschluss wurde sie berufen, die alttestamentliche Wessagung zu erfüllen: ,,Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einem Sohn das Leben schenken, und Ihn wird man Emanuel nennen, das heisst Gott-MIT-UNS. (Jes 7,14)
In Maria - so war es im Heilsplan Gottes geheimnisvoll verborgen - wollte Gott uns Menschen wieder heimholen, uns an sich ziehen. Über die demütige Magd wollte Er Seine Verheissungen über den kommenden Messias wahr machen. Als der Engel ihr die Botschaft brachte, dass sie Mutter dessen werden sollte, welcher der Sohn des Allerhöchsten genannt werden wird, wusste sie nicht, wie dies geschehen sollte. Maria ward damit die Mutter des Messias.
Maria Königin des Himmels und der Erde
Die Lauretanische Litanei rühmt die Gottesmutter u.a. als Königin der Engel, Patriarchen, Propheten, Apostel, Märtyrer, Bekenner, Jungfrauen, Heiligen, ohne Erbsünde empfangen, in den Himmel aufgenommen, des heiligen Rosenkranzes, des Friedens.
Als Gottesmutter hatte Maria eine besondere Aufgabe im Heilswirken ihres Sohnes, worauf uns die Hl. Schrift hinweist:
Hochzeit zu Kana als Fürsprecherin (Jh 2,lf), unter dem Kreuz opferte sie sich mit ihrem Sohne zum Heil der Welt als Miterlöserin (Jh 19,25). Als Mutter des Gottessohnes hat sie teil an dessen Königtum. Maria ist daher die Königin des Himmels und der Erde.
Die Krönung Mariens
(Fra Angelico, 1411-55)
Dadurch ragt die Jungfrau und Mutter aus allen Geschöpfen heraus, die je von Gott mit einer heilsgeschichtlichen Aufgabe betraut worden sind. Mit ihrem Gehorsam stand sie der Stammmutter Eva gegenüber, welche sich nicht dem Willen Gottes unterworfen hatte. Mit Maria begann ein neues Geschlecht, eine neue Menschheit. Ihre Mutterschaft war unfassbar gross, da ihr Sohn kein anderer als Gottessohn selbst war.nMaria war daher die Mutter Gottes.
Durch Maria zu Jesus
Vollendung der Liebe und des neuen Lebens durch die vollkommene Hingabe an Maria, durch sie an Christus und mit Ihm an den Dreifaltigen Gott. Maria ist unser Vorbild, wie wir in voller Hingabe oder Liebe uns Jesus schenken müssen (Opferkelch). Jesus ist uns Vorbild, wie wir uns voller Hinopferung Gott hingeben müssen (Opferhostie der Wandlung), zum heiligen Leben mit Ihm, verborgen in Ihm (Dreieck, Symbol des göttlichen Lebens). Es gibt keinen anderen Weg zur Vollkommenheit, zur Heiligkeit, ohne dass Jesus und Maria nachgeahmt werden. Es gibt eine Übung, die Ernst macht mit dieser Forderung: Der HI. Ludwig Maria Grignion v. Montfort hat sie uns im «Goldenen Buch» hinterlassen. Alles marianische Opfern zielt auf das eine Zentrum (alle Linien weisen zur Kelchmitte, zur Opferung mit Maria), so dass... ...jeder in ihrer Liebe sich Jesus ganz opfert, jeder in Christi Liebe Gott alles weiht... und dann wie Maria und Jesus in Gott leben.
- Ob wir wie Maria so handeln,
- ob wir durch ihre Hand wirken oder gleichen Schrittes mit ihr gehen,
- ob wir in ihr verborgen leben, dass sie uns vertritt,
- oder ob wir für sie, ihr dienend, alles vollziehen: immer muss es im Geist ihrer Hingabe sein.
Glaubenssatz (Dogma)
"Die Allerseligste Jungfrau Maria ist vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an, auf Grund einer besonderen Gnade und Auszeichnung des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers des ganzen Menschengeschlechtes, von jeder Makel der Erbsünde frei geblieben. Diese Lehre ist von Gott geoffenbart und muß deshalb von allen Gläubigen fest und unabänderlich angenommen und geglaubt werden."
Man habe nie gehört, so sagt der hl. Bernhard, dass jemand, der sich mit Vertrauen an diese barmherzige Jungfrau gewandt habe, nicht erhört worden sei.
Die Königin
Zum Abschluss des marianischen Jahres 1954 setzte Papst Plus XII. das jüngste Marienfest ein: Maria Königin (gefeiert am 31.Mai, nach der Kalenderreform am 22. August als Oktav zum Hochfest Maria Aufnahme in den Himmel). Damit soll die königliche Würde Mariens hervorgehoben werden und die Verehrung der Gottesmutter und das Vertrauen zu ihr gemehrt werden. Die Gläubigen sollen zur Nachahmung ihrer erhabenen Tugenden angespornt und das Gebet zu ihr als Helferin der verfolgten Christen und Mittlerin des Friedens für die Welt gefördert werden. Alljährlich soll an diesem Tage die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens erneuert werden.
Maria Königin
Das Neue Testament spricht ihr diesen Ehrentitel nirgends ausdrücklich zu; Maria wird aber selig gepriesen (Lk 1,45) und Gesegnete unter allen Frauen genannt (Lk 1,42). Maria stammt aus königlichem Geschlecht und wird Mutter des Friedensfürsten, dessen Herrschaft kein Ende hat, geheissen; darauf weisen die Tageslesung Jes 9,5 und das Tagesevangelium Lk 1,33 ausdrücklich hin.
Die königliche Würde Marias war schon in der frühen Christenheit selbstverständlich und erfuhr in unserm marianischen Jahrhundert die Bestätigung. Eine Zeichnung aus dem 2. Jh. in den Priscillakatakomben stellt Maria in der Tracht der damaligen Kaiserinnen dar, das Christuskind den drei Weisen zeigend. Die Ehrentitel Herrscherin aller Sterblichen, Herrin aller Geschöpfe, Heilige Königin, glückselige Königin, wurden ihr von Kirchenvätern verliehen (Ephrem der Syrer (t 373), Johannes v. Damaskus (t 373), Ildefons v. Toledo (t 373). Als Königin des ganzen Menschengeschlechtes besang sie Andreas v. Kreta (geb. 660). Der HI. Kirchenlehrer Petrus Canisius (t1597) pries auf vielfache Weise ihr Königtum, bei Grignion v. Montfort (t 1716), bei Alphons v. Liguori (t 1787) und in den Schriften vieler anderer Heiliger wird Maria Herrin und Königin genannt. Die Kirche in ihren Hymnen und Liturgien, die Päpste in ihren Rundschreiben grüssen Maria als die glorreiche Herrscherin und aller Welten Königin (Pius IX.: Königin des Himmels und der Erde; Leo XIII.: Königin und Herrscherin des Weltalls; Pius XII.: Königin der Welt).
Maria Krönung
Weil Maria die demütigste und vollkommenste Dienerin des Herrn auf Erden war, wurde sie zur Mutter Gottes auserwählt und nach ihrem Tod in den Schoss der Heiligsten Dreifaltigkeit aufgenommen und mit der himmlischen Krone gekrönt.
Die Privilegien der Gottesmutter
Im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi stattete der allmächtige Gott die Mutter des Menschensohnes mit verschiedenen Privilegien aus:
1. Maria wurde ohne Makel der Erbsünde empfangen.
2. Maria blieb von ihrer Empfängnis an frei von Begierde und Sünde.
3. Maria war Jungfrau vor, in und nach der Geburt.
4. Maria wurde mit Leib und Seele in Himmel aufgenommen.
Zu 1: Die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis Mariens ist nicht wörtlich in der HI. Schrift ausgesprochen. Nach der Auslegung zahlreicher Theologen ist sie in folgenden Schriftworten enthalten:
- Gen 3,15 (Protoevangelium)
- Lk 1,28
- Lk 1, 41f.
1. Genesis 3,15
Feindschaft will ich setzen zwischen dir und der Frau, und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er (der Same der Frau) wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen.
Zwischen dem Satan und seinem Anhang einerseits und Eva und ihrer Nachkommenschaft anderseits soll ein beständiger sittlicher Kampf sein. Die Nachkommenschaft Evas wird einen vollständigen und endgültigen Sieg über den Satan und seinen Anhang erringen, wenn sie auch selbst durch die Sünde verwundet wird. In der Nachkommenschaft Evas ist der Messias eingeschlossen, in dessen Kraft die Menschheit den Sieg über den Satan erringen wird. So ist die Stelle indirekt messianisch.
Indem man den Samen der Frau individuell fasste und auf den Erlöser bezog, kam man dazu, in der Frau Maria, die Mutter des Erlösers, zu sehen. Diese direkt messianisch-marianische Auslegung wird seit dem 2. Jh. vertreten, z. B. von Irenäus, Epiphanius, Isidor von Pelusium, Cyprian, Leo d. Gr.
Die Mehrzahl der Väter, unter ihnen die grossen Kirchenlehrer des Morgen- und des Abendlandes, hat sie jedoch nicht. Nach ihr steht Maria zusammen mit Christus in einer vollendeten und siegreichen Feindschaft mit dem Satan und seinem Anhang. Daraus hat man in der Theologie der Spätscholastik und der Neuzeit geschlossen: Der Sieg Mariens über den Satan wäre kein vollständiger gewesen, wenn sie jemals unter seiner Herrschaft gestanden hätte. Folglich musste sie ohne Erbsünde in die Welt eintreten.
Die Bulle Ineffabilis erwähnt zustimmend die messianisch-marianische Auslegung der Väter und kirchlichen Schriftsteller». Die Enzyklika Fulgens corona tritt unter Berufung auf die Auslegung vieler Väter und Kirchenlehrer sowie der meisten anerkannten Exegeten aufs neue für die messianisch-marianische Deutung.
2 Lukas 1, 28
Sei gegrüsst, Du Gnadenvolle!
Diese abschwächende Übersetzung (griech) des Engelgrusses hat aus der Einladung zur Freude ein Grusswort gemacht. Maria vertritt in diesem Augenblick der Menschwerdung das ganze Volk Israel. Sie trägt in sich die Hoffnung vieler Generationen vor ihr. Der Gottesbote grüsst sie, wie die Propheten das Volk Israel gegrüsst haben: «Fürchte dich nicht Zion, der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt» (Zef 3,16, Joel 2,22; Sach 9,9). Freue dich oder Jauchze heisst es im Original. Der Grund zur Freude: Maria wird als Schoss der Tochter Zion die neue Bundeslade, in der Gott den Menschen gegenwärtig wird. Seine volle Bedeutung gewinnt das Grusswort mit der Anrede Begnadete (kecharitomene; gratia plena). Das ist in Parallele zu alttestamentlichen Heilsankündigungen —z.B. an Daniel (Dan 9,23) oder Gideon (Ri 6,12)— eine neue Namengebung an Maria. Wie Gideon neu als starker Held ausgezeichnet wird, so Maria hier mit dem Namen der Hochbegnadeten. Dies aber wird vom Engel sofort mit der Erklärung versehen: Du hast Gnade gefunden bei Gott, eine Erklärung, die schon auf die messianische Mutterwürde vorausschaut.
In der kirchlichen Tradition hat dieser Gruss eine weitere Vertiefung erfahren: die Auserwählung Mariens schliesse zusammen mit Gebenedeit unter den Frauen (Lk 1,42) auch ihre Unbefleckte Empfängnis ein. So konnte Pius IX. erklären: Es werde durch diesen einzigartigen, feierlichen und nie vernommenen Gruss gezeigt, dass die Gottesmutter der Thron aller göttlichen Gnaden gewesen ist, dass sie mit allen Gnadengaben des Hl. Geistes ausgestattet, ja sogar dieser Gnadengaben nahezu unbegrenzte Tiefe gewesen ist, so dass sie niemals dem Fluche unterworfen war (Ineffabilis Deus).(Lk 1,42) auch ihre Unbefleckte Empfängnis ein. So konnte Pius IX. erklären: Es werde durch diesen einzigartigen, feierlichen und nie vernommenen Gruss gezeigt, dass die Gottesmutter der Thron aller göttlichen Gnaden gewesen ist, dass sie mit allen Gnadengaben des Hl. Geistes ausgestattet, ja sogar dieser Gnadengaben nahezu unbegrenzte Tiefe gewesen ist, so dass sie niemals dem Fluche unterworfen war (Ineffabilis Deus).
Der tiefste Grund, warum auf ihr das Wohlgefallen Gottes ruht, ist ihre Auserwählung zur Würde der Gottesmutter. Also muss auch die aus dem Wohlgefallen Gottes hervorgehende Gnadenausstattung Mariens von einzigartiger Vollendung sein. Vollendet ist sie aber nur dann, wenn sie sich über das ganze Leben erstreckte, angefangen vom Eintritt in die Welt.
Elisabeth spricht, vom HI. Geist erfüllt, zu Maria:
3 Lukas 1, 41 ff.
''Du bist gesegnet unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.''
Der Segen Gottes, der auf Maria ruht, ist in Parallele gesetzt zum Segen Gottes, der auf Christus seiner Menschheit nach ruht. Dieser Parallelismus legt nahe, dass Maria ebenso wie Christus vom Anfang ihrer Existenz an frei von aller Sünde war.
Worte des Dogmatikers Prof. L. Ott
,,Der letzte und tiefste Grund der königlichen Würde Mariens liegt in ihrer Gottesmutterschaft. Da Christus auf Grund der hypostatischen Union auch als Mensch Herr und König über alles Geschaffene ist (Lk 1,32f; Offb 19,16), so nimmt Maria, die Muter des Herrn (Lk 1,43), wenn auch nur in analoger Weise, an der königlichen Würde ihres Sohnes teil. Die königliche Würde Mariens ist ferner in ihrer innigen Verbundenheit mit Christus im Erlösungswerk begründet. Wie Christus auch deswegen unser Herr und König ist, weil er uns mit seinem kostbaren Blute erkauft hat ( 1Kor 6,20; 1 Petr 1,18f), so ist in analoger Weise Maria auch deswegen unsere Herrscherin und Königin, weil sie als neue Eva an dem Erlösungswerk Christi, des neuen Adam, innigen Anteil nahm, indem sie mit ihm litt und ihn dem ewigen Vater darbrachte.
In der erhabenen Würde Mariens als Königin des Himmels und der Erde gründet die machtvolle Wirksamkeit ihrer mütterlichen Fürbitte. ( Enzyklika Ad Caeli Reginam von Pius XII., 1954).
Die Königinnen der Könige
Die Königin des Mittelalters wurden jeweils vom König eingesetzt, um ,Mutter seiner Kinder zu sein und Mutter seines Landes...Sie hatte Amt und Auftrag zur lntervention, zum fürbittenden Dazwischentreten zwischen Urteil und Verurteilten: sie durfte Begnadigungen erwirken; ihre zweite Aufgabe war, Almosen, Geschenke, Vorrechte, Auszeichnungen zu erbitten und zu verteilen.“So steht es in vielen alten Urkunden.
Das bedeutet: ,trotz aller Versager und Zerrbilder in der Geschichte sollte die Königin vor dem Volke stehen als die sichtbare Barmherzigkeit des Königs, als der Abglanz‘ seiner Milde neben seiner Gerechtigkeit, als die schenkende Hand seines Reichtums und seiner Gnade: nicht ohne ihn, fast ein Teil von ihm. (IF. Görres)
Zu zweifelnden Seelen über MARIA sei gesagt, daß man die hier aufgezeigte Bedeutung der MUTTEr Gottes auch erkennen kann, wenn man sich bewußt macht, daß der Allmächtige und unendlich Heilige Gott nur in einem ebenbürtigen Geschöpf von größter Reinheit Seine Wohnstätte als kleines Kind in MARIA annehmen und in Seiner Geburt aus ihr Mensch werden konnte. Und vergessen wir nicht die biblischen Worte im Lobpreis MARIAS, dem MAGNIFICAT: „Selig werden Mich preisen alle Geschlechter.“
Die Gnadenvermittlerin
Gott bietet den Menschen auf vielerlei Art Gnaden an, die anscheinend die zum Materialismus, Trugbildern und Scheinfreuden unbemerkt vom Satan verführte Menschheit nicht erkennt und im Glauben, diese nicht zu benötigen, verschmäht.
Zu dem Wort „Gnade“ haben die meisten heutigen Menschen keinen Zugang mehr und keine notwendige Vorstellung. Gnade ist ein Gunst- oder Liebeserweis Gottes durch die MUTTEr Gottes als Gnadenvermittlerin, die wir alle dringend benötigen. Gnade können Gaben der Liebe und des Glaubens in ganz verschiedenen Graden sein. Es kann die Gnade der göttlichen Erkenntnis geschenkt werden, welche sich immer weiter schenkt, wenn sie und alle Gnaden mit sehr viel Dankbarkeit empfangen werden (Worte an Faustyna zu ihren Gnaden). Es können Gaben der Erkenntnis und des Glaubens, Vergebung, Heilungen oder Linderungen von Leiden dazu gehören, Ruhe, Frieden, freudige und glückliche innere Erfahrungen, Fügungen, tugendhafte Veränderungen, hilfreiche Begegnungen usw. sein.
Hierzu zählen aber auch und vor allem die Sakramente: Taufe, Erstkommunion, Firmung, Altars-Sakrament bzw. das Sakrament der Liebe in der Heiligen Kommunion, Ssakrament der Barmherzigkeit bzw. Versöhnung (mit Gott) oder der Buße (Beichte), Krankensalbung, Weihe-Sakrament für den Priester und das Ehe-Sakrament.
Die Gaben und Gnaden Gottes erfolgen aber meist nur in kleinen, kaum wahrnehmbaren Schritten und erfordern ein geduldiges, vertrauensvolles Warten. Schwester Faustyna erbat in einem Fall jahrelang eine Gnade, die ihr erst nach jahrelangem geduldigem Warten geschenkt wurde. Gott allein weiß, was in Seinem Heilsplan für die Seele, mitunter auch mit Blick für andere Seelen, an vielen Kämpfen zu ertragen ist. Einem inneren, von Gott gegebenen Eindruck war zu entnehmen, daß Er Glauben und Vertrauen an die von Ihm gegebenen Zusagen erwartet bzw. voraussetzt. Da beides bei so vielen Menschen nur in geringem Umfang vorhanden ist, bleibt uns nur der Weg, auch darum inständig und oft zu bitten und zu beten.
Aussage eines protestantischen Theologen
Der protest. Theologe Asmussen brachte in seinem mutigen Buche ,Maria, die Gottesmutter“ die Erkenntnisse protest. Ökumene auf die Kurzform: ,,Ist Maria nicht die Mutter Gottes, dann hat die Kirche aller Zeiten geirrt -oder aber wir, die wir Maria diese Bezeichnung verweigern, haben uns von der allgemeinen christlichen Kirche getrennt.“ Wo Maria im Geiste der Kirche verehrt wird, da führt sie nicht von Jesus weg, sondern zu Jesus hin. Sie ist das erste und höchste Werk der Erlösung Christi.











